Manuelle Lymphdrainage

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine Form der Streichmassage entlang der Lymphbahnen, bei der sich durch kreisende, „pulsierende” Bewegungen von außen die Funktionen (Öffnungen) des Lymphgefässystemes öffnen und schließen und somit die lymphatische Last aufgenommen und abtransportiert werden kann.
Weiterhin ist es bei gegebener Diagnose erforderlich, eine Manuelle Kompressionsmassage vorauszustellen um die Möglichkeit zu schaffen, die vor beschriebene Lymphdrainagetechnik auszuführen.
Das Lymphgefäßsystem: Aufbau und Funktion
Das Lymphgefäßsystem ist ein Transportsystem, das in unserem Körper zusätzlich zum Blutgefäßsystem besteht und in enger Nachbarschaft dazu verläuft.
  • Das Blutgefäßsystem besteht bekanntermaßen aus Arterien und Venen und lässt sich mit einem verzweigten Röhrensystem vergleichen, in dem das Herz die Pumpe darstellt. Vom Herzen aus gehen die Arterien als große, undurchlässige Röhren ab (Leitungsgefäße), die sich , sobald sie in den Organen ankommen , in viele, sehr schmale Röhren mit porösen Wänden verzweigen (Kapillaren). Beim Austritt aus den Organen schließen sich die Kapillaren wieder zu großen Leitungsgefäßen zusammen und führen als Venen zum Herzen zurück. Die durchlässigen Kapillaren sind notwendig, damit ein Austausch von Stoffen in den Organen sattfinden kann. Dabei liefern die Arterien saustoff- und nährstoffreiches Blut in die Organe an, und die Venen transportieren Schlackenstoffe sowie Kohlendioxid aus den Organen ab, die über Niere und Leber ausgeschieden werden. Das Blutgefäßsystem ist somit ein in sich geschlossener Kreislauf.
  • Das Lymphgefäßsystem ist ähnlich aufgebaut: auch dort gibt es Leitungsgefäße und Kapillaren und in Abständen immer wieder die eingangs erwähnten Lymphknoten. Allerdings bildet das Lymphgefäßsystem nur einen Halbkreislauf. Es beginnt mit seinen Kapillaren unmittelbar in den Organen und kann dort die in Wasser gelösten Eiweiße zum Abtransport aufnehmen. Diese eiweißhaltige Gewebsflüssigkeit wird als Lymphflüssigkeit bzw. Lymphe bezeichnet und ist -anders als im Blut - farblos. Die Lymphe wird nun von den Kapillaren, den Leitungsgefäßen des Lymphgefäßsystems zugeleitet. Diese münden letzendlich in den Venen, so dass das Lymphgefäßsystem mit dem Blutgefäßsystem verbunden ist. Die Strömungen der Lymphflüssigkeit wird durch die wandeigene rhythmische Pulsation der Lymphgefäße (Zusammenziehen und Entspannen im Wechsel) bedingt.
Venen und Lymphgefäße sind also beide für den Abtransport von Stoffen da. Die Venen allein reichen nicht aus, weil manche Stoffe einen lymphatischen Abtransport benötigen. Solche Stoffe werden als „lymphpflichtig” bezeichnet, insbesondere die größeren Moleküle wie Eiweiße. Die Lymphkapillaren mit ihren großen Öffnungen saugen diese in Wasser gelösten Stoffe auf. Das mitgeführte Wasser wird, wenn nötig, in den Lymphknoten wieder herausgefiltert, so dass auch die Lymphknoten eine wichtige regulierende Funktion haben.